Heckantrieb bei Automobilen: Vor- und Nachteile

Bei der Ausführung eines Hinterradantriebes bei Automobilen wird der Motor, das Getriebe sowie die Antriebsachse direkt hinter der sogenannten Hinterachse verbaut. Dies wird auch als Hecktriebblock bezeichnet.

Allgemein bestehen drei unterschiedliche Möglichkeiten, um Hecktriebblöcke zu realisieren. Zum einen existiert die Möglichkeit bei Automobilen, bei denen Getriebe und Motor an der Vorderachse sind, den Antrieb im Heck mithilfe einer sogenannten Kardanwelle entstehen zu lassen. Die Kardanwelle ist eine Gelenkwellenkombination mit einer oder auch zwei Kardangelenken und sie ermöglicht in einem geknickten Wellenstrang die Drehmomentübertragung. Die zweite Möglichkeit bei Automobilen mit Frontmotor ist das Transaxle-Konzept. Hierbei sitzt das Getriebe an der Hinterachse. Der Frontmotor sowie das Getriebe werden dabei durch ein flexibles Rohr miteinander verbunden. In der Regel besteht das Rohr aus Carbon oder Aluminium. Durch diese Verbindung bzw. dieses Konzept entsteht eine ideale Gewichtsverteilung zwischen der Vorder- und Hinterachse. Die dritte Möglichkeit wird häufig bei Sportwagen realisiert. Hier wird das Getriebe sowie der Motor einfach im hinteren Bereich des Automobils angeordnet. Dies geschieht entweder als reiner Heckmotor oder auch als Heck-Mittelmotor. Der Vorteil liegt darin, dass hierdurch auf der Hinterachse eine ideale Traktion entsteht. Ein Nachteil dieser Variante ist beispielsweise ein starkes Übersteuern, d. h. die Tendenz des Automobils, unangekündigt und schlagartig mit dem Heck dann auszubrechen. Ein weiterer Nachteil kann sein, dass das Fahrzeugheck durch die Antriebseinheit ganz oder teilweise in Anspruch genommen werden kann und hier dann nur wenig Stauraum bietet.

In der Regel wird der Hecktriebblock bei Sportwagen oder Premiumfahrzeugen verwendet. Die Vorteile des Antriebes mit dem Heck liegen darin, dass beispielsweise eine dynamische Achslastverteilung entsteht. Dies bedeutet, dass das Automobil sich an der Vorderachse sehr leicht aufstellt und dann an der Hinterachse stärker federt. Dies bedeutet aber auch, dass die sogenannten Reibungsbeiwerte der vorderen Autoreifen geringer werden. Dagegen wirken auf die Hinterachse höhere Kräfte ein. Hiermit wird oftmals der Vorteil des Hecktriebblockes gegenüber dem Frontantrieb erklärt. Das heißt auch, dass durch die dynamische Achslastverteilung eine bessere Beschleunigung erzielt wird. Des Weiteren ist die Geräuschbelastung bei heckangetriebenen Fahrzeugen wesentlicher geringer.

In früheren Zeiten war die Standardbauweise, nämlich Getriebe und Motor vor den Insassen zu bauen, weitverbreitet. Erst sehr viel später wurden Getriebe, Motor sowie Antriebsachse zu einer Antriebseinheit zusammengeführt. Der Frontantrieb war ab den 70er-Jahren die vorherrschende Antriebseinheit. Der Heckantrieb wurde nur bei Sportwagen, Kleinstwagen oder bei großen Bussen verbaut.